Titel:

Blue Moon City

Autor: Reiner Knizia
Grafik: Franz Vohwinkel / Daren Baader / Scott M. Fischer / Lars Grant-West / Todd Lockwood / John Matson / Jim Nelson / Michael L. Phillippi

Verlag:

Kosmos

Art.Nr.: 690984
Erscheinungsjahr: 2006
Altersvorgabe: ab 10 Jahre
Spielerzahl: 2 bis 4
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Auszeichnungen: "Spiel des Jahres" 2006 Nominierungsliste,  "Deutscher Spiele Preis" 2006 Platz 4

WIEDERAUFBAU EINER ZERSTÖRTEN STADT

Das Dunkle Zeitalter ist vorüber. Doch die zerstörten Gebäude von Blue Moon City lassen gerade noch erahnen, wie prächtig die Stadt einst war. Die Völker Blue Moons haben geschworen, ihre Stadt wieder aufzubauen. Die drei Drachen sind zurückgekehrt, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Nach und nach entstehen all die fantastischen Gebäude neu. Als Belohnung für ihre Leistungen erhalten die Spieler Stücke des zerstör­ten Heiligen Kristalls, die sie dem Gott Blue Moon opfern. Sobald ein Spieler genügend Kristallstücke geopfert hat, ist der Heilige Kristall wiederhergestellt und Blue Moon City erstrahlt in neuem Glanz. Wer die meisten Opfer erbracht hat, ist Sieger und würdig, die Geschicke der Stadt zu lenken.

„Blue Moon City" - das große Brettspiel - setzt dort ein, wo die bisher nur auf zwei Mitspieler begrenzte Spielwelt aufhörte: beim Wiederaufbau der zerstörten Stadt „Blue Moon City". Illustriert von Deutschlands großem Fantasy-Spiele-lllustrator Franz Vohwinkel sowie zahlreichen namhaften amerikanischen Fantasy-Künstlern, zeigt der Spielplan, bestehend aus ein­undzwanzig großformatigen Gebäudeplättchen, auf der einen Seite die Bauskizzen der Archi­tekten zum Wiederaufbau der zerstörten Häuser von „Blue Moon City". Die andere Seite der im Laufe des Spiels umgewendeten Gebäude-Plättchen zeigt die wiederaufgebaute Pracht der einst in Ruinen liegenden Stadt. Wie schon in der großen Zweierspielwelt, so tummeln sich auch im Brettspiel „Blue Moon City" drei große, vollplastisch gestaltete Drachen.

Die Ereignisse einer fürchterlichen Schicksalsnacht stürzten die große, pulsierende Metro­pole „Blue Moon City" und die in ihr lebenden Völker ins Dunkle Zeitalter. Der Goldene Drache zu Fall gebracht, der König tot und der Gott „Blue Moon" verschwunden. Blue Moon City lag in Trümmern, und der Heilige Kristall war in Myriaden kleiner Teile zerbro­chen. Drei urgewaltige Drachen, die einzigen göttlichen Kreaturen, die es in der Blue-Moon-Welt noch gibt, bewachten den zerbrochenen Kristall und warteten auf einen neuen Herrscher. Die beiden königlichen Erbfolger, Prinz Roland und Prinzessin Elinor, beschul­digten sich gegenseitig, den Goldenen Drachen getötet und die Welt ins Unglück gestürzt zu haben. Beide beanspruchten den Königsthron, und ihre einst geeinten Völker wussten nicht mehr, wem sie folgen sollen.

Der Streit konnte nur noch im Kampf entschieden werden. Die verschiedenen Völker stell­ten sich jeweils auf die Seite eines der beiden Thronanwärter und versuchten, dessen An­spruch auf den Thron Geltung zu verschaffen. Gingen sie siegreich aus einem Kampf her­vor, dann wurden sie von den drei urgewaltigen Drachen mit Teilen des Heiligen Kristalls belohnt. Wem es gelingen würde, den Heiligen Kristall wieder ganz zusammenzusetzen, dem ist die Krone gewiss. Dann würden auch die Völker wieder geeint und Blue Moon City wieder aufgebaut werden.

Soweit die spielerische Geschichte, wie sie bisher in der Blue-Moon-Zweierspielwelt und ihren acht Völker-Erweiterungen erzählt wurde. Das Mehrpersonen-Brettspiel „Blue Moon City" spinnt den Faden nun fort: Das Dunkle Zeitalter ist vorüber; die Thronanwärter, die den zerstörerischen Konflikt heraufbeschworen hatten, sind geflohen, korrupte Ratgeber in ferne Länder verbannt. Die Völker geloben, Blue Moon City wieder im alten Glanz erste­hen zu lassen. Die drei Drachen kehren zurück und treiben den Wiederaufbau, insbeson­dere aber die Rekonstruktion des in zahllose Splitter zerbrochenen heiligen Kristalls, mit einem ausgeklügelten System von Befähigung und Belohnung voran.

Die hohe illustratorische Qualität der preisgekrönten Blue Moon Zweierspielwelt setzt sich auch im großen Blue Moon Brettspiel fort. Franz Vohwinkel schuf als zentrales Spielelement einundzwanzig beidseitig illustrierte Gebäude-Plättchen, die zusammen einen großen Spielplan ergeben. Zu Beginn des Spiels sind ausschließlich jene Seiten der Plättchen zu sehen, die die Pläne und Bauskizzen zum Wiederaufbau von Blue Moon City, der ehedem bis auf die Grundmauern zerstörten Stadt zeigen.

Ziel der Spieler ist es, durch den gekonnten Einsatz von Karten bzw. der auf diesen Karten dargestellten Blue-Moon-Völker den Wiederaufbau der Stadt voranzu­treiben und am Schluss den legendären großen Kristall des Obelisken auf dem großen Platz in der Stadtmitte wieder zusammen zu setzen. Immer wenn das auf einem Plättchen abgebildete Gebäude wieder völlig hergestellt ist, wird das Plättchen umgedreht und zeigt den betreffenden Teil der Stadt in neuem Glanz. Die Spieler, die sich, ausweislich der auf den Plättchen liegenden Marker, um die Rekonstruktion des Gebäudes verdient gemacht haben, erhalten als Lohn Kristalle und Goldene Drachenschuppen, die zu bestimmten Ge­legenheiten in Kristalle umgemünzt werden können. An Kristallen hängt, zu Kristallen drängt doch alles in diesem Spiel. Wer nämlich am Ende des Spieles die meisten Kristalle für den Wiederaufbau des legendären Kristall-Obelisken von Blue Moon City beisteuern konnte, der hat gewonnen.

Zur Vorbereitung des Spieles werden die einundzwanzig Gebäudeplättchen nach dem Zufallsprinzip zu einem Stadt-Plan ausgelegt. Daneben kommt ein Obelisk, dessen Felder sich nach und nach mit Markern der Spieler füllen werden; rund um den Obelisken werden auf der einen Seite die „Kristalle" ausgelegt (eigentlich handelt es sich um „Kristallsplitter", aber wir sprechen der Einfachkeit halber im folgenden nur von „Kristallen") , auf der anderen die „Goldenen Drachenschuppen". Drei große Drachen (grün, rot und blau) gehen neben dem Stadt-Plan in Wartestellung. Jeder Spieler setzt nun seine Spielfigur auf den Großen Platz in der Mitte des Spielplans.

Motor der Wiederaufbauarbeit in Blue Moon City sind die Karten der verschiedenen Völker. Alle Karten haben unterschiedliche Farben und tragen Werte von 1, 2 oder 3. Die Kartenwerte kommen beim Wiederaufbau der Gebäude in Blue Moon City zum Tragen; neben ihren unterschiedlichen Werten besitzen die Völkerkarten aber alle auch noch bestimm­te Sonderfunktionen.

Die Völker der „Vulca" (schwarze Karten), „Terrah" (rote Karten) und „Aqua" (blaue Kar­ten) können Drachen zu Orten locken, an denen man gerade Wiederaufbauarbeiten leis­tet. Die Drachen betrachten derlei Arbeit sehr wohlgefällig und belohnen den Spieler mit zusätzlichen goldenen Drachenschuppen. Eine Karte, die zum Anlocken der Drachen ein­gesetzt wird, kann dann allerdings nicht auch zum Aufbau verwendet werden.

Die Karten aus dem Volksstamm der „Flit" können den Bewegungsradius der eigenen Spielfigur erweitern.

Das Volk der „Hoax" wiederum kann seine Karten auch einsetzen, um bis zu vier gleichfarbige Karten in eine andere, gerade nützlichere Farbe zu verwandeln. Eine andere Art der Verwandlung praktizieren die braunen „Mimix". Zwei beliebige Mimix-Karten mit den Werten 1 oder 2 können zusammen als Joker für eine beliebige Farbe mit dem Wert 3 eingesetzt werden.

Auch die an sich nicht sehr starken Angehörigen des Volkes der „Khind" machen ihre Schwäche (jede Khind-Karte hat nur den Wert 1) durch Anpassungsfähigkeit wett. Alle Khind-Karten können jeder beliebigen Farbe als Joker mit dem Wert 1 dienen. Die gelben „Pillar" schließlich können den Spielern Vorteile beim Opfern von Kristallen am Obelisken bringen.

Grundsätzlich gilt für alle verschiedenen Völker bzw. Kartenfarben: Karten mit dem hohen Wert 3 können keine Sonderfunktionen ausführen. — Die Sonderfunktionen von Karten mit dem Wert 1 sind stärker als die der Karten mit dem Wert 2.

Wer am Zug ist, darf seine Figur zunächst von einem Gebäudeplättchen zu einem ändern bewegen. Maximal zwei Plättchen weit. Auf dem Gebäude, das er mit seiner Figur erreicht, kann er - wenn er die passenden Karten auf der Hand hat - einen Beitrag zur Wiederherstellung des Gebäudes leisten. Die Bauskizzenseite jedes Gebäudes zeigt ein bis drei Kästchen mit je einer farbigen Zahl, Kästchenfarbe und Zahl bezeichnen die Art (Farbe) und Anzahl bzw. den Gesamtwert von Karten, die pro Kästchen für den Wiederaufbau abgelegt werden müssen. - Ist eines der Kästchen zum Beispiel rot und trägt die Zahl 5, dann muss ein Spieler rote Karten im Gesamtwert von 5 ablegen und darf die­ses Feld dann mit einem Marker seiner Farbe besetzen. Am Ende seines Zuges kann der Spieler zwei Karten vom Stapel nachziehen. Legt er vorher eine seiner Handkarten auf den Ablagestapel, darf er drei, legt er zwei Karten auf den Ablagestapel vier Karten nachzie­hen.

Wertung eines Gebäudeplättchens. - Sind alle Kästchen eines Gebäude-Plättchens mit Markern belegt, kommt es zu einer Wertung. Die am Wiederaufbau beteiligten Spieler erhalten als Lohn mehr oder weniger viele Kristalle, dazu hie und da auch noch eine Goldene Drachenschuppe oder ein oder zwei zusätzliche Karten. Derjenige, der ausweislich der Anzahl und Position seiner Marker am stärksten zum Wiederaufbau des betreffenden Gebäude beigetragen hat, bekommt stets ein bisschen mehr als alle anderen.

Wichtige zusätzliche Einnahmen. - Sollte sich in unmittelbarer Nachbarschaft eines gerade gewerteten Gebäude-Plättchens ein Plättchen befinden, das ein bereits wiederauf­gebautes Gebäude zeigt, dann winkt auch noch von dieser Seite eine nicht zu verachtende Belohnung - wiederum hauptsächlich in Form von Kristallen und Drachenschuppen. Be­finden sich gleich mehrere schon wieder aufgebaute Gebäude in unmittelbarer Nachbar­schaft, dann gibt es von jedem dieser in neuem Glanz erstrahlenden Gebäude Bonus-Gaben. Wer aus „Blue Moon City" als Sieger hervorgehen will, der tut gut daran, mög­lichst oft am Wiederaufbau von Gebäuden beteiligt zu sein, in deren unmittelbarer Nach­barschaft viele bereits fertige Gebäude stehen.

Eine ganz andere Form von Wer­tung findet immer dann statt, wenn der durchaus begrenzte allgemeine Vorrat an Drachen­schuppen aufgebraucht ist. In solch einem Fall kommt es sofort zu einer Kristall-Ausschüttung: Wer die meisten Drachenschuppen besitzt, erhält sechs Kristalle, alle ande­ren - sofern sie mindestens drei Schuppen besitzen - erhalten drei Kristalle. - Zur Erinne­rung: Eine Goldene Drachenschuppe bekommt man zum einen als Lohn bei vollendeten Aufbauarbeiten an einem Gebäudeplättchen und auch immer dann, wenn an dem Ort, an dem man gerade einen Beitrag zum Wiederaufbau leistet, einer oder gar mehrere Dra­chen anwesend sind, und zwar pro Drachen eine Goldene Schuppe.

Da all die schönen Goldenen Drachenschuppen auch nur wieder dazu dienen, in Kristalle verwandelt zu werden, wollen wir nun schon mal wissen, was die Spie­ler mit diesen Kristallen anfangen? Schließlich hat man ja munkeln hören, dass Kristalle irgendwie ganz wesentlich dazu beitragen, den Siegerkranz in Blue Moon City zu erringen. Kristalle müssen dem Obelisken geweiht und dargebracht werden. Das bringt Ruhm, und das macht Laune.

Um sich mit einem der eigenen Ruhmesmarker am Obelisken verewigen zu dürfen, muss man ein ums andere Mal für kurze Zeit die Wiederaufbauarbeit ruhen lassen und mit seiner Spielfigur zum „Marktplatz" in der Mitte der Spielplanauslage ziehen, um dort eine bestimmte Anzahl von Kristallen für die Rekonstruktion des heiligen Kristalls am Obelisken zu opfern. Zunächst reichen sieben Kristalle aus, um einen Marker auf der untersten Reihe der Ruhmesgalerie am Obelisken zu platzieren. Ist diese Reihe voll, müs­sen für die nächsthöhere Reihe schon acht, darüber neun und ganz oben zwölf Kristalle geopfert werden.

Wer, beim Spiel zu viert, als erster vier seiner Marker am Obelisken unter­bracht hat, ist der Sieger (bei 3 Spielern braucht man fünf, bei zwei Spielern sechs Marker).

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