Titel:

Die Kinder von Catan

Autor: Klaus Teuber
Grafik: Michaela Schelk / Fine Tuning / Susanne Reichhardt / Tanja Donner / Andreas Klober

Verlag:

Kosmos

Art.Nr.: 696016
Erscheinungsjahr: 2003
Altersvorgabe: ab 4 Jahre
Spielerzahl: 2 bis 4
Spieldauer: ca. 10 - 15 Minuten
Auszeichnungen: keine bekannt

Hallo Kinder, ich bin Sven! Meine Freunde Björn und Inga leben mit mir auf der Insel Catan. Im Frühjahr sind wir hier mit unseren Schiffen angekommen. Früher haben wir in einem anderen Land weit hinter dem Meer gelebt. Doch da war es immer kalt und wir hatten nicht so viel zu essen. Aber Catan ist schön. Hier ist es wärmer und es gibt viele Tiere in den Wäldern. Und süße Beeren, die so gut schmecken.

Jetzt wohnen wir noch in Hütten und Zelten. Das wird sich aber bald ändern. Für den Winter bauen unsere Eltern richtige Häuser aus Holz und Ziegelstei­nen, damit wir nicht frieren müssen. Ingas Vater ist Ziegelbrenner. Er gräbt feuchten Lehm aus der Erde. Dann formt er den Lehm zu Ziegeln und schiebt sie in einen Ofen. Durch die Hitze werden die Ziegel dunkelrot und steinhart.

Der Vater von Björn hat ganz starke Muskeln. Mit anderen Männern zusammen geht er jeden Tag in den Wald und fällt riesige Bäume. Aus den Baumstämmen machen sie dann Holzbalken.

Mein Vater ist Bauer. Im Frühjahr hat er ein Feld angelegt und Getreide gesät. Die Ähren sind jetzt ganz gelb und Vater hat mit der Ernte begonnen.

Wir hätten unseren Eltern so gerne beim Bau der Häuser geholfen. Aber dafür seien wir noch nicht groß genug, erklärten unsere Mütter. Da hatte mein Groß­vater Sigurd eine tolle Idee. Er hat uns Kindern kleine Karren gebaut. Björn ist damit gleich in den Wald gefahren. Dort hat er kleine Äste aufgeladen. Als er zum Dorfplatz zurückkam, haben sich alle sehr gefreut und ihn gelobt. Äste kann man gut gebrauchen, um damit Zäune für das Vieh zu flechten. Inga fährt am liebsten Ziegelsteine von der Werkstatt ihres Vaters zum Dorf­platz. Sie ist nur ein bisschen traurig darüber, dass sie ihren kleinen Karren im­mer nur mit einem Ziegelstein beladen darf. „Das ist schon gut so", tröstete sie mein Großvater. „Der Karren wäre sonst zu schwer für dich." Ich helfe am liebsten meinem Vater. Heute habe ich schon ganz viele Ähren­bündel in das Dorf gebracht. Dort werden sie gedroschen und das herausfal­lende Korn wird zu Mehl gemahlen. Meine Mutter ist sehr stolz auf mich und morgen will sie mich mit einem Kuchen belohnen. Natürlich teile ich ihn mit Inga und Björn.

Hier ist es wirklich schön und jeden Tag gibt es etwas Aufregendes zu erleben. Noch schöner wäre es allerdings, wenn uns Björns großer Bruder Erik in Ruhe ließe! Er versteckt sich gern hinter Bäumen oder Büschen. Wenn wir dann mit unseren kleinen Karren vorbei kommen, springt er plötzlich hervor. Dabei brüllt er wie ein Bär. Wir erschrecken dann furchtbar und rennen ohne unse­ren Karren davon. Wenn wir zurück kommen, ist er dann meistens leer. Das lu­stige Räuberspiel nennt Erik das. Wir finden es aber gar nicht lustig.

Unser Dorf wächst jeden Tag. Gestern wurde die Bäckerei fertig und morgen können wir unser neues Haus beziehen. Jetzt kann der Winter ruhig kommen, sagen die Erwachsenen. Wir Kinder hoffen natürlich, dass es auf Catan auch Schnee gibt. Mein Großvater macht uns dann bestimmt Kufen an unseren Kar­ren. Dann können wir sie als Schlitten benutzen und die Hügel hinunterflitzen!

Im Mittelpunkt des bewusst einfachen und kurzen Spieles steht ein runder, in die Schachtel integrierter Spielplan, der sich um den Brunnen im Zentrum des Catan-Dorfes drehen lässt . Am Rand dieses Spielplanes finden sich hübsch illustrierte Handkarren mit je vier ausgestanzten Feldern. In die vorderste Ausstanzung wird vor Spielbeginn je eine Spielfigur eingeklinkt. Die Spielfiguren „ziehen“ ihre Handkarren (bzw. den ganzen Spielplan) im Kreis herum. Die drei jeweils hinter den Figuren liegenden Karren-Ausstanzungen nehmen dann später Bäume, Ährenbündel oder Lehmziegel auf. Mit Hilfe dieser Rohstoffe bauen die Kinder von Catan im Laufe des Spieles in der Mitte des Planes ein gemütliches kleines Dorf aus großen, aufwändig illustrierten Holzhäusern.

Wer an der Reihe ist, würfelt und zieht seine Spielfigur um die entsprechende Zahl von Feldern im Kreis herum. Da sich alle Figuren in der Drehscheibe befinden, wandern auch sie mit. – Kommt ein Karren neben einem Feld zu stehen, auf dem sich ein Rohstoff (Baum, Getreide oder Lehmziegel) befindet, darf jeder Spieler (nicht nur, wer an der Reihe ist) diesen Rohstoff aufladen. Von jedem Rohstoff darf sich aber immer nur ein Exemplar im Karren befinden. Manchmal lauert an den Wegen, die die Kinder von Catan mit ihren Handkarren gehen müssen, ein kleiner Räuber und stört den Dorffrieden. Wer ihm in die Hände fällt, verliert immer den Rohstoff, der am weitesten hinten auf seinen Karren steht; aber von solchen kleinen Räubereien darf man sich natürlich nicht entmutigen lassen. – Sobald es einem Kind gelingt, die verschiedenen drei Rohstoffe im Sack bzw. im Karren zu haben, nimmt es eines seiner Häuser und stellt es in eine passende Aussparung auf den Dorfplatz. – Wer alle seine Häuser im Dorf gebaut hat, der darf zum krönenden Abschluss das Rathaus bauen.

Wer hat als Erster genügend Rohstoffe, um das letzte Haus der kleinen Stadt auf Catan bauen zu können? Doch Vorsicht, der Räuber könnte noch den alles entscheidenden Rohstoff stehlen!

Siehe auch bei: Die Siedler von Catan