| Titel:
Öl für uns alle |
|
| Autor: | - |
| Grafik: | - |
Verlag: Ravensburger |
|
| Art.Nr.: | 602 5 214 9 |
| Erscheinungsjahr: | 1960 / 1976 |
| Altersvorgabe: | ab 12 Jahre |
| Spielerzahl: | 3 bis 6 |
| Spieldauer: | - |
| Auszeichnungen: | keine bekannt |
Spielgedanke
Jeder Spieler verkörpert eine
Ölgesellschaft, die sich auf eigenes Risiko um die Erschließung von Ölfeldern bemüht
und für die Förderung des Öls sorgt. Das geförderte Öl wird dann den
Erzeugerländern abgekauft und zu den vier bedeutendsten Abnehmern der Welt
transportiert. Dort wird das Öl zu Marktpreisen verkauft, die nach dem Gesetz von Angebot
und Nachfrage schwanken. Der Erlös kann nun wieder in neue Bohrungen investiert werden.
Bei der Versorgung mit Rohöl geht es
nicht nur um ein Geschäft wie jedes andere, sondern auch um die Bereitstellung der für
die Industrie lebenswichtigen Energie. Deshalb wird bei Spielende nicht nur die geschickte
Geschäftsführung, sondern auch die Versorgungsleistung bewertet.

Zum Verständnis des Spiels
Der Heizölpreis steigt, eine neue
Raffinerie wird in Betrieb genommen, ein Ölförderland verstaatlicht ausländischen
Besitz, ein anderes wieder versucht, sein Öl unter Umgehung der traditionellen
Lieferwege an den Mann zu bringen .. . alles Dinge, die sich in der Welt des Öls heute
ereignen, die aber dennoch mit den sich daraus ergebenden Folgen viel zu kompliziert sind,
als daß sie sich in einem Spiel voll nachbilden ließen.
Damit das Spiel auch ein Spiel bleibt,
konnte nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit, der Weg des Rohöls vom Ölfeld bis zu den
Raffinerien, wiedergegeben werden. Und selbst dieser Ausschnitt kann im Spiel nur stark
vereinfacht eingefangen werden. So verkörpert jeder Teilnehmer am Spiel zwar eine
Ölgesellschaft, die in Saudi-Arabien oder Libyen nach Öl bohrt und es in Tankern zum
Abnehmer bringt. Die damit im Spiel vertretenen Gesellschaften sind aber nur als ein
Teil der Faktoren zu sehen, die die Versorgung mit Öl bestimmen. Außerdem erfolgt die
Rohölbeschaffung heute im wesentlichen auf zweierlei Art: einerseits durch
Rohöleinkauf in den Förderländern der OPEC (Organisation der Erdölausfuhrländer),
andererseits durch Eigenförderung. Der Rohölpreis in den vier Häfen der
Verbraucherländer schwankt im Spiel je nach dem, wie gefüllt die Tanks dort sind. In
Wirklichkeit sind aber die Rohölpreise wegen der heutigen Preispolitik der
OPEC-Lieferanten mehr oder weniger fest. Das eigentliche Preisspiel beginnt erst nach der
Verarbeitungsstufe auf den Produktenmärkten. Da die Produkte im Spiel keine
Berücksichtigung finden konnten, wurden die Preisschwankungen modellartig auf den
Rohölmarkt übertragen. Diese vereinfachende Gleichstellung von Rohöl mit den
Ölprodukten muß dem Spieler gegenwärtig sein, wenn er mit dem Würfel seine Erlöse
erzielt. Das Erlöselement im Spiel ist unbedingt erforderlich, denn der Spieler muß
über Einnahmen verfügen, um die Finanzierung für das risikoreiche Bohren und den
Transport des Rohöls sicherzustellen. Um angemessene Erlöse zu erzielen, wurde die
Spanne zwischen dem Einkaufspreis (Abgabe an das Förderland) und dem Erlös beim Abnehmer
entsprechend hoch angesetzt. Hierbei muß berücksichtigt werden, daß im Gegensatz zur
Wirklichkeit im Spiel vergleichsweise wenige Tankerfahrten durchgeführt werden können
und sich damit die Erlöserzielung auf eine sehr geringe Anzahl von Vorgängen verteilt.
In Wirklichkeit kann es um Hundert Fahrten gehen. Auch die im Spiel vorkommenden Preise
liegen in einer Größenordnung, die man sich etwa um das Hundertfache höher vorstellen
muß. Die Preise wurden im Verhältnis verringert, um das Rechnen zu erleichtern.