Titel:

Pueblo

Autor: Wolfgang Kramer / Michael Kiesling
Grafik: J. Krause / Pinball / W. Scheit

Verlag:

Ravensburger

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Art.Nr.: 27 212 9
Erscheinungsjahr: 2002
Altersvorgabe: ab 10 Jahre
Spielerzahl: 2 bis 4
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Auszeichnungen: "Deutscher Spiele Preis" 2002 Platz 8, "Spiel der Spiele" 2002 in Österreich

DEM ADLERAUGE DES BAUHERRN ENTGEHT NICHTS

Pueblo ist Spanisch und heißt übersetzt: Volk, Ortschaft, Dorf. In Arizona, New Mexiko und angrenzenden Gebieten wird das Wort jedoch speziell angewandt, um die mehrstöckigen Terrassenhaus-Siedlungen der dort lebenden Hopi- und Zuni-Stämme zu bezeichnen. Die einzelnen Wohneinheiten eines Pueblos sind wie große Schachteln aus Lehmziegeln aneinander gebaut und aufeinander getürmt.

In diesem Spiel beauftragt Häuptling Anasazi die Baumeister seines Volkes ein neues, mächtiges Pueblo nach seinen Vorstellungen zu errichten. Keiner der Baumeister soll sich in den Vordergrund drängen, indem er Steine in der von ihm bevorzugten Farbe sichtbar verbaut. Der Häuptling beobachtet misstrauisch den Baufortschritt und bestraft jeden Baumeister, der sich nicht an seine Vorgabe hält.

Puerto Rico entführt die Spieler mit seinen indiani­schen Illustrationen nach New Mexico, wo In­dianer seit Hunderten von Jahren in eindrucksvollen, mehrstöckigen Lehmburgen, den sogenannten Pueblos, leben. Zu Beginn des Spiels schlüpfen die Spieler in die Rolle von Baumeistern und setzen reihum einen ihrer Steine auf den acht mal acht Felder großen Spielplan. Da­bei müssen sie im Wechsel lehmfarbene Steine und Steine einer weite­ren Farbe einsetzen. Hat ein Spieler seinen Stein verbaut, muss er den Häuptling noch bis zu vier Felder an der Baustelle entlang ziehen. Hat dieser ein geeignetes Plätzchen gefunden, schaut er auf die vor ihm stehende Baureihe. Sieht er farbige Flächen, bekommen die entspre­chenden Mitspieler sofort Strafpunkte, die auf einer Zählleiste fest­gehalten werden. Da jeder Stein aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Quadern besteht, von denen einer liegt und einer steht, gestaltet sich das Bauen manchmal aber schwieriger als gedacht. Denn ein Stein muss mit seiner ganzen Grundfläche entweder auf dem Spielplan oder auf anderen Bausteinen aufliegen. Er darf nicht teilwei­se in der Luft hängen.

Räumliches Vorstellungsvermögen ist also ge­fragt, besonders wenn der Platz im ersten und zweiten Stockwerk eng wird. Müssen die Spieler nämlich in die Höhe bauen, wird der Häupt­ling noch ärgerlicher: Bekommt ein Baumeister für eine quadratische Fläche in der ersten Ebene nur einen Strafpunkt, gibt es für die zweite Ebene schon zwei und für die dritte Ebene drei Strafpunkte.

Glückli­cherweise können die Spieler so manchen Wutanfall Anasazis verhin­dern, indem sie die gefährdeten Stellen rechtzeitig mit lehmfarbenen Steinen zumauern. Doch aufgepasst: Betritt der Indianerhäuptling ein Eckfeld, schaut er aus der Vogelperspektive auf sein Pueblo und mo­niert farbige Dachfelder. Haben alle ihre Steine verbaut, macht Anasazi eine letzte Runde um das fertige Pueblo und verteilt nochmals Strafpunkte. Wem es gelingt, auf der Zählleiste die wenigsten Straf­punkte zu sammeln, gewinnt das Spiel.

Eine Abbau- und eine Profivariante bringen Abwechslung ins Spiel. Bei letzterer verkleinern die Spieler die Baufläche, indem sie vor Spielbeginn Plättchen auf den Spielplan legen - eine knifflige Herausforderung.