Titel:

Thurn und Taxis

Autor: Karen & Andreas Seyfarth
Grafik: Michael Menzel

Verlag:

Hans im Glück

Art.Nr.: 48164
Erscheinungsjahr: 2006
Altersvorgabe: ab 10 Jahre
Spielerzahl: 2 bis 4
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Auszeichnungen: Kritikerpreis "Spiel des Jahres" 2006, "Spiele Hits mit Freunden" Österreich 2006,   "Deutscher Spiele Preis" 2006 Platz 2

DAS FÜRSTLICHE HAUS THURN UND TAXIS – ERFINDER DER POST

Dieses Strecken-Planungsspiel ermöglicht eine raffinierte Postkutschenfahrt mit Hindernissen.

„Das für mich immer noch faszinierendste Charaktermerkmal der Familie Thurn und Taxis ist, dass sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg nicht in kriegerischen Konflikten, auch nicht durch Heiratspolitik, sondern durch ihre Dienstleistungen für die Menschheit, ob für Kaiser, Landesherren oder Bürger geschafft hat.“ Gloria Fürstin von Thurn und Taxis)

Vor über 500 Jahren begründete Francesco Tasso, der aus Cornello nahe dem Corner See in der Lombardei stammte, das moderne Postwesen. Francesco gehörte einer Familie an, die bereits im 13.Jahrhundert erfolgreich im päpstlichen Kurierwesen tätig war. Franz von Taxis, wie er seit der Erhebung in den deutschen Reichsadel 1512 hieß, war ein freier und findiger Unternehmer. Er begann 1490 im Auftrag Kaiser Maximilians I. mit der Einrichtung einer ständig beschickten Postlinie zwischen Innsbruck und Brüssel. Durch Schaffung zahlreicher Wechsel Stationen, an denen alle 15 Kilometer Reiter und Pferd ausgewechselt wurden, gelang der Brieftransport auf dieser Strecke innerhalb von 5 1/2 Tagen.

Diese revolutionäre Idee, deren Bedeutung im 18. Jahrhundert von dem Staatsrechtler Johann Jakob Moser gar mit der Entdeckung Amerikas verglichen wurde, brachte den Taxis eine kaiserlich verliehene Monopolstellung im Postwesen des Heiligen Römischen Reiches (Reichspostgeneralat 1615) ein. Das unter der Leitung der Familie Thurn und Taxis weiterentwickelte Postnetz erstreckte sich im Laufe der Jahrhunderte über Westeuropa. Aus der lombardischen Familie Tasso war im 17.Jahrhundert die Postmeisterdynastie Thurn und Taxis geworden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts versorgte die thurn und taxissche Reit- und Fahrpost ein Gebiet von über 200.000 Quadratkilometern mit 13 Millionen Einwohnern.

Verbunden mit dem Ausgreifen der erfolgreichen thurn und taxisschen Reichspost war der gesellschaftliche Aufstieg der Familie. 1695 erhob der Kaiser Fürst Alexander Ferdinand für seine „Verdienste um Kaiser und Reich" in den Fürstenstand des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1748 führten die Wege der Thurn und Taxis nach Regensburg an den Sitz des Immerwährenden Reichstags. Fürst Alexander Ferdinand wurde von Kaiser Franz I. zu dessen Repräsentant an diesem ersten deutschen Parlament ernannt. Das Amt erforderte höchsten gesellschaftlichen und politischen Einsatz, den die Fürsten von Thurn und Taxis mit größtem Aufwand betrieben. Für die im gesamten Reich bekannte Hofhaltung der Familie zeugt bis heute die bedeutende Sammlung der fürstlichen Museen in Schloss St. Emmeram in Regensburg.

Die Veränderungen, die Europa in der napoleonischen Ära erfuhr, gingen auch am Haus Thurn und Taxis nicht spurlos vorüber. Das Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 brachte auch das Erlöschen des kaiserlichen Reichspostlehens und damit das Aus für die Thurn und Taxis-Post. Nach dem Wiener Kongress von 1815 allerdings wurde der Familie der Postbetrieb in Teilen Deutschlands wieder übertragen. So rollten die Thurn und Taxis Postkutschen wieder durchs Land. Unter Bismarck fand die Thurn und Taxis-Post im Jahr 1867 ein endgültiges Ende, sie wurde 1871 zum Staatsbetrieb des Deutschen Reiches.

Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis bekam für die in Bayern verstaatlichte Post als Teil der Entschädigung im Jahr 1812 das ehemalige Reichsstift St. Emmeram in Regensburg. Seither ist das im 19.Jahrhundert zur Residenz umfunktionierte ehemalige Benediktinerkloster der Wohnsitz der fürstlichen Familie. Und heute wohnt hier mit Fürst Albert II. der 12. Fürst von Thurn und Taxis.

Mit Mut, Geschick und den richtigen Verbindungen zur Obrigkeit haben es die Edlen von Thurn und Taxis zu Reichtum und Ansehen gebracht. Vor allem zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als dem geschäftstüchtigen Adelsgeschlecht Amt und Würde eines Reichserbengeneralpostmeisters verliehen wurde, war dies der Lizenz zum Gelddrucken gleichzusetzen. Von da an ging bei den Thurn und Taxis im wahrsten Sinne die Post ab!

Viel zu erben gibt es auch für die Spieler, die bei diesem Taktikspiel mit ihrem eigenen Postkutschenunternehmen auf einer historischen Landkarte die besten Verbindungen zwischen A und B schaffen. Durch eine geschickte Streckenführung errichten sie in den Städten möglichst viele Poststationen. Denn nur dort gibt's wertvolle Bonusplättchen; nur dort kann man die Kutsche Gewinn bringend um Sitzplätze vergrößern. Da alle Postler möglichst schnell das größte Stück vom Kuchen haben wollen, wird der Platz auf der Landkarte immer knapper. Wer da noch günstige Verbindungen finden möchte, muss vorher gut aufgepasst – oder richtig taktiert haben. Oder aber, er muss die richtigen Leute kennen. Denn grad', als wär' "Thurn und Taxis" ein Stück von heute, ist der Erfolg nur mit einer gehörigen Portion Vitamin B möglich. Wer sich gut mit dem Amtmann, dem Postillion, dem Postmeister oder dem Wagner stellt, kann mit deren Unterstützung rechnen. Und mit Siegpunkten…

Trotz des sehr einfachen Spielkonzeptes ist "Thurn und Taxis" überaus raffiniert und vielfältig zu spielen. Die zentrale Frage, in welche Richtung die eigene Postkutsche denn nun fahren soll, stellt sich bei jedem Zug von neuem. Ein echtes Dilemma: Denn kaum glaubt man, eine Lösung gefunden zu haben, schnappen einem die Mitspieler die Strecke schon wieder vor der Nase weg. Oder aber die "Amigo-Connection" schlägt zu. Schließlich soll man Beziehungen nicht nur haben, man muss sie auch nutzen...

Können Sie die erfolgreiche Geschichte der Familie fortführen und ein bedeutendes Postkutschennetz aufbauen? Haben Sie das Talent, die richtigen Städte miteinander zu verbinden, Poststationen einzurichten und gleichzeitig den Erwerb neuer Kutschen nicht aus dem Auge zu verlieren?

Zeigen Sie ihren Mitspielern ihr planerisches Geschick. Aber verzagen Sie nicht, wenn Ihnen ein Konkurrent eine wichtige Stadt vor der Nase wegschnappt. Sie haben doch sicher noch eine passende Antwort auf Lager.

Das Spiel Thurn und Taxis entführt Sie in eine Zeit der Herausforderungen und des Aufbruchs, die Sie garantiert immer wieder gerne neu erleben werden.


Titel:

Thurn und Taxis - Glanz und Gloria

Autor: Karen & Andreas Seyfarth
Grafik: Michael Menzel
Art.Nr.: 48169
Erscheinungsjahr: 2007
Altersvorgabe: ab 10 Jahre
Spielerzahl: 2 bis 4
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Auszeichnungen: keine bekannt

WIEDER ROLLEN DIE POSTKUTSCHEN.

"Thurn und Taxis" fährt jetzt mit "Glanz und Gloria" in den Norden. Das 'Spiel des Jahres 2006' erweitert mit neuen Elementen seine Streckenführung.

Nachdem im Süden alle nötigen Strecken geschaffen wurden, wenden sich die Spieler nördlichen Gefilden zu, um auch hier ein ausgedehntes Postnetz entstehen zu lassen.

Zwischen Holland und Sachsen – zwischen Preußen und den freien Reichstädten werden Poststationen aufgebaut, die den schnellen Transport wichtiger Briefe ermöglichen. Dazu spannen eifrige Postillione noch mehr Pferde vor ihre Kutsche, um die großen Entfernungen sicher zu bewältigen und dem zweigeteilten Preußen zu neuem Glanz und Gloria zu verhelfen.

Bei dieser Erweiterung des Erfolgsspiels „Thurn und Taxis“ stellen sich auf einem neuen Spielplan weitere Herausforderungen. Andere Bonusplättchen und neue Städtekarten bringen einen zusätzlichen Reiz, ohne das beliebte „Thurn und Taxis“-Spielgefühl vermissen zu lassen.

Auf einem neuen, liebevoll gezeichneten Spielplan geht es nun mit noch stärkeren Gespannen u. a. zu den freien Reichsstädten an Rhein, Elbe, Weser oder Ostsee. Insgesamt 23 neue Städte stehen auf dem Fahrplan der Thurn und Taxis-Postkutschen. Den Weg dorthin planen und gestalten die Spieler selbst: Mutig kurz und risikobereit – oder doch mit kleinen Umwegen auf Nummer sicher..? Welche Strategie die richtige ist, zeigt sich erst im Verlauf des Streckenbaus, wenn auch die anderen ihre Vorstellung eines perfekten Streckennetzes ausspielen. Und da Wettbewerb bekanntlich das Geschäft auch mit der Post belebt, darf sich keiner wundern, wenn einem plötzlich an einem fest eingeplanten Kutschenstopp der liebe Mitspieler die Tür vor der Nase zuschlägt. Dann heißt es umdisponieren und eine neue Streckenführung angehen. Denn ins Bockshorn lässt sich auch bei "Thurn und Taxis – Glanz und Gloria" niemand jagen.

Darauf ein kräftiger Stoß ins Posthorn… "Thurn und Taxis – Glanz und Gloria" ist nur zusammen mit "Thurn und Taxis" spielbar.