Verlag:

Klee

 

KOSMOS Label

Strasse: Gebhardtstr. 16
Ort: 90762 Fürth

Tel:

0911/747 881

Fax: 0911/746 607
e-mail: klee-spiele-fuerth@t-online.de
Internet-Adresse: -
Firmengründung: -
Mitarbeiter: -
Spiele pro Jahr: -

Die Geschichte beginnt 1884, als der Kaufmann Lud­wig Kleefeld in Fürth die Nürnberger Spielefabrik L. Kleefeld & Co. gründet. Als Markenzeichen wurde dem Namen entsprechend das Kleeblatt gewählt. Von Be­ginn an wurde auf ein breit gefächertes Sortiment mit Brett-, Karten-, Beschäftigungs- und Ku­busspielen Wert gelegt. Eine pfiffige Idee war es, bei Brettspielen zu­sätzliche mechanische Elemente einzufügen, die ihnen einen beson­deren Reiz gaben.

Seit 1907 führte der Schwiegersohn des Firmen­gründers, Leopold Bromeisl, Klee. 1915 stieg sein Bruder Moritz mit ein, und gemein­sam schafften sie es, die Fir­ma in die Spitzengruppe der deutschen Spielwarenbran­che zu führen. Dabei waren ihnen auch Werbeaufträge lieb­.

So produzierten sie ca. 1921 eine Serie kleiner Einfach-Ausgaben von minde­stens 6 verschiedenen Wür­felspielen aus dem Klee-Pro­gramm als Werbegabe des Margarinewerkes Eidelstädt. Die wurden beim Kauf bestimmter Mengen der Marke „Volksschatz"-Mar­garine als Beigabe verteilt.

1926 zog Kleefeld in ein neues größeres und repräsentatives Gebäude in Nürn­berg um, dort wurden zu der Zeit bis zu 180 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Sortiment von Gesellschafts-, Beschäftigungs- und Kubusspielen waren Zauberkästen, Tisch­tennis, Tischcroquet, Ausschneidebögen und Ham­pelmänner hinzugekom­men. 1937 führt der Katalog der Firma auf 52 Seiten im­merhin mehrere hundert Ar­tikel auf.

Auch der Export spielte ei­ne wichtige Rolle. Ausgaben in Englisch, Französisch, Holländisch, Spanisch und sogar Portugiesisch tauchen heute noch auf. Dass die Brüder den richti­gen Spürsinn hatten zeigt das Angebot des Erfolgs-Klassikers „Monopoly" An­fang 1938 im Klee-Pro­gramm. Das Spiel war zwar schon 1936 erstmals in Deutschland erschienen, hatte aber, wohl weil es den Machthabern ideologisch nicht passte, bis dahin wenig Erfolg gehabt.

Für Klee brachte dieses Spiel aber nichts mehr, ge­nauso wenig wie Tribute an den Zeitgeist wie „Feindliche Flieger in Sicht" etwa 1937/38. Die „Arisierung" machte auch vor dieser Firma keinen Halt. 1939 übernahm der Holzspielwarenfabrikant Max Herbart aus Steinach in Thüringen den Betrieb. Die seit 1888 bestehende Firma Christian Herbart konnte so ihre erfolgreiche Produktion von Spielzeug schlagartig um die breite Pa­lette des Klee-Programms erweitern. Auf das bekannte Kleeblatt als Markenzeichen mochte der neue Besitzer nicht verzichten: Es blieb als reines Blatt oben in einem Kubus mit den Buchstaben CH auf den beiden Seiten. Zusätzlich zu den Klee-Ti­teln, bei denen nur der Fir­menname und das Logo geändert wurden, kamen nun dem Zeitgeist sehr angepasste Titel auf den Markt:

„Sprung auf, marsch marsch!", „Sport, die Ertüch­tigung des Volkes", „Vereint gegen den Feind". Solange der Krieg es zuließ, wurde in diesem Stil produziert, wenn auch mit Behelfsmitteln wie z. B. gläsernen Spielfiguren.

Leopold Bromeisl emi­grierte mit seiner Frau nach Rotterdam, wurde dort aber 1942 von der Gestapo aufge­spürt. Beide kamen im Ver­nichtungslager Sobibor in Polen um. Moritz Bromeisl überlebte den Nationalsozia­lismus und den Krieg. Nach der Rückerstattung der Fir­ma, die unter dem Kriege sehr gelitten hatte, baute er sie wieder auf und leitete sie bis zu seinem Tode 1951.

Im Nachkriegs-Programm erschienen eine ganze Reihe von erfolgreichen Titeln der Vorkriegszeit, beispiels­weise „Auf Autostraßen durch Europa", „Lache nicht zu früh", „Großmütterchen erzählt Märchen" und „Der Struw­welpeter". Da auch die alten Druckplatten benutzt wur­den, ist die Datierung man­cher Spiele mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Zu diesem Zeitpunkt fir­mierte Kleefeld in Fürth, zog aber nach dem Wiederauf­bau des zerstörten Betriebes wieder nach Nürnberg.

Die Führung der Firma Kleefeld blieb weiterhin in der Familie, bis 1966 führten die Witwe Auguste Bromeisl und ihr Schwager Dr. Leonhard Kreppner die Geschäf­te, dann bis 1997 Herbert Kreppner, der Sohn von Dr. L. Kreppner.

Er verband Klee, das den härter werdenden Konkur­renzkampf nicht alleine be­stehen wollte, mit dem Nürnberger Konkurrenten und Schicksalsgenossen im Nationalsozialismus, der Firma Spear. Als Spear den Nürnberger Sitz aufgab, zog Kleefeld dann endgültig an den Gründungsort Fürth um, wo die Firma noch bis heute ihren Sitz hat.

Der Name allerdings wur­de auch geändert, aus Nürn­berger Spielefabrik L. Klee­feld & Co. wurde Klee-Spiele GmbH.

Die Steinacher Holzspiel­warenfabrik Christian Her­bart hatte, während sie Klee besaß, Gefallen an der Spiele­produktion gefunden. An den Stammsitz Steinach zurückverwiesen mit der Rückgabe der Firma Klee­feld, wurden dort neben dem bisherigen Holzspielwaren-Programm einige alte Klee-/CH-Titel weiter produziert. Nach 1953 kam dann mit der Verstaatlichung in Steinach das Ende für Chri­stian Herbart. Rechtzeitig hatte man sich dort aber an die „gute" Zeit in Bayern er­innert und wie manche an­deren Ost-Firmen eine Aus­weichfirma im Westen ge­gründet.

1951 erscheint erstmalig im Katalog der 2. Deutschen Spielwaren Fachmesse Nürn­berg die Firma Christian H. Herbart, Thüringer Qualitätsspielwaren, Nürnberg. Mit dem alten Kleeblatt/CH-Logo und dem ursprünglichen Sortiment von Baukästen, Bausteinen, Lehrspielzeug usw., nun aber aus Plastik, behauptet die Firma Herbart sich noch längere Zeit.

Zurück zu Klee, nach der Trennung von Spear wurde mit Schmidt Spiel und Frei­zeit ein neuer Partner und Miteigentümer gefunden. Klee ist weiterhin eine recht­lich selbständige Firma, aber in gewisser Weise mehr Marke und Vertriebsgesell­schaft. Eine erfolgreiche Marke, man denke nur an die ehemaligen 3M. Spiele „Regatta" und „Win, Place & Show", die Klee in einer neu­en deutschen Ausgabe ver­öffentlicht hatte.

Dann kam der Konkurs der Firma Schmidt und damit das drohende Ende. Der Geschäftsführer und Mitei­gentümer Ernst Pohle schaff­te aber die Rettung. Vom Konkursverwalter erwarb er die weiteren Anteile der Firma, suchte einen neuen Part­ner und fand ihn auch mit Franckh Kosmos.

Mit deren Einstieg, einer erneuten Spezialisierung, in Richtung Kinderspiele und Lernspiele, beispielsweise einer Reihe von Spielen mit dem Schulranzen-Hersteller Scout, begann eine neue Ära.


Spiele des Verlages: